interaktive Lerneinheit:  Bildung von Salzlagerstätten


© 3-2001 Bauer/ Mallig

  Industriesalz

 Versucht man  die verwirrende Vielfalt der Salzverwendung in der Industrie etwas zu ordnen, so kann  man einteilen in
Salzverwendung in der Industrie
In Deutschland werden 90% der geförderten  Stein- und Kalisalze als Düngemittel verwendet. Deutschland exportiert große Mengen dieser Salze.
In der Textilindustrie werden Salze zur  Veredlung von textilen Fasern verwandt.
Noch immer werden in der Fischereiindustrie große Mengen an Salz zum Haltbarmachen des Fangs verwendet.
Die Fleischindustrie hat großen Bedarf an Pökelsalzen zur Herstellung von Pökelfleisch und Speck oder zur Konservierung von Därmen für die Wurstherstellung.
In der Pharma-Industrie werden Salze als Basis vieler Medikamente benötigt.

Sodaherstellung
Für die aus Gewerbebetrieben entstandenen  Industrien gelten die unter Gewerbesalz beschriebene Verwendung von Soda zum Waschen, Färben und Bleichen von Kleidung und zur Glasherstellung selbstverständlich ebenfalls und  in weit größerem Umfang. Allerdings war der Bedarf an Soda vor rund 200 Jahren bereits so stark gewachsen, dass er nicht mehr aus natürlichen Quellen gedeckt werden konnte. Als es dem französischen Arzt und Naturforscher Nicolas Leblanc gelang, Soda auf der Basis von Kochsalz herzustellen, war der Durchbruch zur großtechnischen Produktion von Soda gelungen, das für die Glas-, Textil-, Wasch- und Reinigungsmittelherstellung als Rohstoff benötigt wird.
Seife wurde für jedermann erschwinglich, was zu mehr Hygiene führte und sicher auch ein Grund mit dafür ist, dass sich die Lebenserwartung im 19. Jahrhundert fast verdoppelt hat.
Soda ist zur  Herstellung mancher Farben und Wasserglas notwendig und zur Entschwefelung und damit zur Härtung von Eisen unverzichtbar.
Ebenfalls aus der Sodafabrik kommt  das Natriumcarbonat. Es ist die Grundlage für die Herstellung von Backpulver, Medikamenten, Feuerlöschpulver, Mineralfutter für Tiere und vielem mehr.

Chlor-Alkali-Elektrolyse
        Chlor
Kochsalz NaCl wird mit Hilfe von elektrischem Strom in seine Bestandteile Cl (Chlor) und Na (Natrium) zerlegt.
Die Erfindung der Batterie und die Lösung etlicher technischer Probleme waren die Voraussetzung für dieses als Chlor-Alkali-Elektrolyse bezeichnete Verfahren.
Chlor ist dann wieder Ausgangsbasis für Lösungsmittel, Glycerin, Desinfektionsmittel, Sprengstoff, Feuerlöschmittel, Epoxidharze und Mittel zur Wasserenthärtung.
Aus der Verbindung von Kohlenstoff und Chlor entsteht u.a. Vinylchlorid, das Ausgangsprodukt für einen der am weitesten verbreiteten Kunststoffe: Polyvinylchlorid PVC.
PVC ein universeller Kunststoff von der Scheckkarte bis zur Diskette.Je nach gewünschten Produkteigenschaften kann dieser Kunststoff maßgeschneidert werden. Fensterrahmen, Wasserrohre, Kabelisolierungen, Folien, Rolläden, Schallplatten, Disketten, Kreditkarten - die Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen. Umweltbewusste Menschen denken dabei möglicherweise an die Entsorgung. Doch auch die Lösung dieses Problems nimmt Gestalt an. Joghurtbecher und viele andere speziell gekennzeichnete Produkte aus Kunststoff  werden heute getrennt gesammelt und von Recyclingbetrieben einer Wiederverwertung zugeführt, so z.B. für Schallschutzwände an verkehrsreichen Straßen, für Kanalrohre, Fensterrahmen und viele andere nützliche Dinge.
So können also zum Beispiel aus alten Plastikkarten, die aus Polyvinylchlorid bestehen, derlei notwendige Produkte hergestellt werden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Einerseits wird der Kunststoff, für den man keine andere Verwendung mehr findet, recycelt und können so der Umwelt nicht mehr Schaden. Andererseits erhält man dabei Produkte, die im täglichen Leben als unverzichtbar angesehen werden und lange diversen Belastungen standhalten müssen.

Fensterrahmen aus PVC

 

        Natronlauge - das zweite Kind der Elektolyse
Neben Chlor Cl2 entsteht bei der Chlor-Alkali-Elektrolyse Natrium Na, welches mit Wasser zu H2O zu Natronlauge NaOH und Wasserstoff H2 umgesetzt wird.
Papier, Watte und viele andere Produkte entstehen mit Hilfe der Natronlauge aus Holz. Dabei trennt die Natronlauge den Hauptbestandteil des Holzes, die Cellulose, von unerwünschten Nebenbestandteilen, die das Papier vergilben lassen.
Aber auch bei Reinigungsmitteln ist Natronlauge die Basis. So sorgt sie zum Beispiel  bei der Herstellung von Seife für die Verseifung von Ölen  und Fetten.
Darüber hinaus ist die Natronlauge auch in der Textilindustrie, bei der Keramikproduktion, bei der Aluminiumherstellung und in vielen anderen Bereichen unersetzlich.
 

Fehlen dir noch Erklärungen, warum der Salzverbrauch in den letzten 100 Jahren um ein Vielfaches mehr als die Bevölkerung zugenommen hat?
 
 

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